Die Mehrheit der US-Ärzte empfiehlt Gesundheits-Apps

Jeder Arzt ist Spurensucher. Egal, in welcher Fachrichtung er unterwegs ist, er muss immer nach allen Krankheiten seines Patienten fahnden – sonst könnte die Diagnosestellung vollkommen misslingen. Leicht ist das natürlich nicht. Denn weder der Patient selbst weiß, welche Daten seiner Krankengeschichte in den paar Minuten Sprechzeit am besten unterbringt – noch weiß der Mediziner selbst, mit welchen Fragen er ihm die wichtigsten Informationen entlockt.

Mit viel Erfahrung und etwas Glück erfährt der Arzt dennoch alles, was er für die Diagnose braucht. Dass diese Vorgehensweise aber zeitraubend und riskant ist, haben sowohl Arzt als auch Patient längst akzeptiert. Zumindest scheint es so.

Denn obwohl die digitale Verarbeitung von Krankheitsdaten schon seit Jahren in der Kritik steht, geben manche nicht auf, dafür zu kämpfen. eClinicalWorks® ist ein Unternehmen, dass das komplette Spektrum des Patientenalltags auf das Smartphone transportieren will. Healow heißt die kostenfreie App, die zukünftig alles verwalten soll – von der täglichen Medikation bis hin zum Arzttermin.

Im Vorfeld der App-Entwicklung hat eClinicalWorks® eine Marktanalyse durchgeführt. Das Unternehmen hat knapp 2.300 Experten zu ihrer Meinung zu Gesundheitsapps befragt. Auch wenn die Ergebnisse natürlich vor dem Hintergrund einer möglichst erfolgreichen App-Vermarktung gesehen werden müssen, sind sie dennoch ziemlich interessant – zum Beispiel auch für zukünftige App-Entwickler.

So hat die Befragung beispielsweise ergeben, dass jeder zweite Arzt eine App befürworten würde, wenn diese seine Patienten an künftige Termine erinnert. Ein durchaus glaubwürdiges Ergebnis. Wer im Gespräch mit Medizinern einmal davon erfährt, wie sehr verpasste Termine von Patienten den Arbeitsalltag durcheinander bringen, glaubt gern, dass viele alles daran setzen würden, um das Termin-Chaos zukünftig zu verhindern. Dasselbe gilt für Vorsorgetermine. Denn sind wir doch einmal ehrlich: Die Erinnerung per Post landet meist unmittelbar im Abfalleimer. Erinnern wird sie auf diese Weise niemanden mehr.

Ebenso wenig gelingt die Erinnerung an die regelmäßige Tabletten einnahme. Täglich dazu aufzufordern, das wird kein Arzt jemals leisten können. Eine App stattdessen schon. Zwei von drei Ärzten glaubt, dass mit der Hilfe des Smartphones deutlich mehr Patienten regelmäßiger zur Pillenbüchse greifen würden. Nichtzuletzt könnte die App auch immer fort daran erinnern, für was sie die kleine weiße Tablette nun genau schlucken müssen.

“Patienten müssen eingebunden werden, wenn wir das Gesundheitssystem verändern wollen”, sagt Girish Kumar Navani, CEO und Mitgründer von eClinicalWorks in dessen Pressemitteilung. Er glaubt, dass sich viel mehr Menschen zu einem gesünderen Leben bewegen lassen, wenn sie mehr und vor allem vertrauenswürdige Informationen zu ihrer Gesundheit erhalten.

Genau das ist die eigentliche Herausforderung. Ein Programm zum Sammeln von Informationen zu basteln, ist nicht sonderlich schwer. Diese aber gleichzeitig medizinisch richtig festzuhalten und dabei noch einen verlässlichen Datenschutz zu gewährleisten, dürfte zur Mammutaufgabe werden – an der bereits einige andere Gesundheits-Daten-Sammler gescheitert sind.

Tags: , , , ,

0 Comments

You can be the first one to leave a comment.

Leave a Comment